Die Himmelsscheibe

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Am 25.11.2002 erschien im Spiegel ein Bericht über die Himmelsscheibe von Nebra. Ursprünglich sollten die Sterne keine Bedeutung haben. Ich hatte mir daraufhin ein paar Gedanken gemacht.

Die Himmelsscheibe ist wohl 3600 Jahre. Interessant sind die beiden Sicheln rechts und links, die genau dem Winkel des Sonnenauf- und untergangs entsprechen. Der Sternenhaufen soll die Plejaden darstellen. Offizielle Infos über die Deutung, Fundort und Beschaffenheit gibts bei den Links.

Tatsächlicher Sternhimmel am 21.12.1600 vor Christus 21:00 mit Freewareprogramm "Cartes du Ciel ".

Sterne und Sternbilder
Mit ein bißchen Phantasie kann man die Sternbilder Großer Wagen, Cassiopeia, Andromeda und Orion(Gürtel) und die Sterne Sirius, Wega und Deneb erkennen.

Zu dieser West-Ost Sichtweise gelangt man, wenn man den Himmel von unten betrachtet und die Karte nicht als Draufsicht versteht.

Weisse Horizontale
Die weisse, horizontale Linie (s.o.)könnte dazu gedient habe, die Platte nach den Himmelsrichtungen auszurichten. Vielleicht entspricht diese Linie auch der Tag- und Nachtgleiche am 21.3. und 23.9. . Anschließend spannt man 2 dünne Seile schräg längs den gelben Linien über die Himmelsscheibe. An deren Enden errichtet man Stöcke oder Baumpfähle und in der Beobachtungsplatz in der Mitte wird mit einer Steinplatte markiert.
Somit hätten überall in Mitteldeutschland schnell Sonnenbeobachtungsstationen errichtet werden können. Vielleicht stieg der Kontakt zwischen einzelnen Siedlungen und/oder zu Händlern und vielleicht war nun eine gewisse Koordination zwischen den Siedlungen erforderlich. Stonehenge liegt übrigens ungefähr auf dem selben Breitengrad und das Wissen wird bei beiden Völkern ähnlich gewesen sein. Bereits zu dieser Zeit gab es Handel in ganz Europa. Dies führt zur gegenseitigen Beeinflußung der Stämme und Völker.


 

 
Verbindung zu Kreta
Interessanterweise taucht auf dem auf Kreta gefundenen Diskos zu Phaestos auch ein Symbol auf, daß dem Sternenhaufen sehr ähnlich sieht. Allerdings sind diese Schriftzeichen im Gegensatz zu den Hieroglyphen noch nicht entschlüsselt.

Symbol 1    Symbol 2
Diese Symbole tauchen mehrfach auf der Tonscheibe auf

Sternhaufen
Plejaden oder nicht Plejaden - das ist hier die Frage...
Natürlich legt die Zahl 7 nahe, dass es sich um die Plejaden handelt. Diese waren früher wichtig, weil diese den Frühling und damit die Aussaat angezeigt haben.

Interessant ist in diesem Zusammenhang das Wort Septentrion. Das Wort stammt von sieben(septem) und triones (ein Team von 3 Oxen für einen Pflug). Damit ist entweder der Große oder der Kleine Bär gemeint und steht in der Bedeutung für Norden. Von 1900-1100 v.Chr. war Kochab - ein Stern im Kleinen Bär - der "Polarstern". Das würde zum geschätzen Alter der Himmelsscheibe passen. Vielleicht steht der Sternhaufen auf der Himmelsscheibe für den kleinen Bär oder den Norden.

Allerdings gibt es in Knowth, Irland, einen sogenannten Kerbstone 15. Darauf gibt es im unteren, rechten Bereich 7 Kreise, deren Form nun wirklich stark an die Plejaden erinnern.
Wenn man diesen Kerbstone 15 flach auf den Boden liegt und nach Norden dreht, erscheint nun wieder das Grundmuster: in der Mitte eher rechts ein Siebengestirn, darunter zwei größere Halbkreise und darunter weitere 4 Kreise eingefasst von einem Halbkreis(Barke). Weiterhin spricht dafür, dass dann die gezackten Linien ganz rechts auf dem Stein wie in Loughcrew (siehe unten) oben liegen würden.

Der linke versetzte Stern
Der linke Endpunkt der Horizontalen wurde versetzt als die Sichel angebracht wurde - aber in einer Weise, dass die Horizontale erhalten bleibt. Auch das er nicht an eine andere Stelle vesetzt wurde, spricht dafür, das die Stelle an der ein Stern angebracht wurde, wichtig war.

Versetzter linker Stern


Weisse Senkrechte
Auffallend ist die Senkrechte im linken Teil auf der Horizontale. Sie ist in 4 gleiche Abschnitte geteilt. Zufall?.

Vielleicht wurden dieses Hilfslinien zur Bestimmung weiterer wichtiger Feiertage benötigt.





Symmetrie

Die Himmelsscheibe scheint von der Platzierung der vier Symbole (Sonne, Mond, Sonnebarke und Sternhaufen) rechtslastig.

Wenn mann allerdings die vier Sterne der Senkrechten als ein weiteres Symbol betrachtet, erscheint die Scheibe symmetrisch.





Lot

Ein aufmerksamer Leser bemerkte ferner, dass man vom Sternenhaufen das Lot auf die Sonnenicht zufällig ist.





Sonne und Mond, Tara in Irland und die Pyramiden in Ägypten
Handelt es sich hier um Sonne und Mond oder den Mond in verschiedenen Phasen? Vielleicht ist es auch von Bedeutung in welcher Phase sich der Mond befindet.

Tara in Irland hat einen ähnlichen Grundaufbau. Zufall?
Es liegt auf einem Hügel mit einem weiten Blick und ist ca. 5000 jahre alt. Der "Mound of Hostage" ist ein kleiner Hügel in dem viele Menschen beerdigt wurden. Er hat einen Eingang in Richtung Osten. und er liegt ungefähr an der Stelle an dem der Sternhaufen ist. Der Rath of the Kings und das House of Corma sind ca. 2 m hohe Erdwälle.

Die Cheopspyramide ließ der Pharao so ausrichten, das die Schächte der Pyramide von der eigentlichen Grabkammer zum Süden auf den Mittleren der Gürtelsterne des Orion und zum Norden auf den Himmelspol - zur damaligen Zeit Thuban - zeigen. So sollte dem Pharao eine Platz bei den "Unsterblichen" (den Circumpolarsternen, d.h. die Sterne, die das ganze Jahr über zu sehen sind) gesichtet werden. Der Schacht der Königinnenkammer zeigte in Richtung Sirius. Zudem wurde dem Pharao ein Boot mitgegeben.

Dies würde zu Tara und der Grabkammer als Tor zum Himmel und dann auch zu der Himmelsscheibe passen. Wir kommen ja auch immer noch in den "Himmel".

Sonnenbarke, Loughcrew in Irland und die Pyramiden in Ägypten
Die Sonnenbarke (in anderen Theorien auch die Milchstrasse, Nordlicht oder Regenbogen) ist erstmal nur ein Bogen mit Längsrillen. Auch dieses Symbol taucht in Irland wieder auf.

Loughcrew (ca.3000 - 3400 v.Chr.), 70 km nordwestlich von Dublin, liegt auf den 4 höchsten Hügeln der Gegend, die eine West-Ost Ausrichtung haben. ( Karte ) Die meisten archäologischen Fundstädten liegen auf dreien von ihnen.

Vielleicht wurden diese Hügel nicht nur gewählt, weil sie die höchsten waren, sondern auch weil sie an den Gürtel des Orion erinnern.

Auf dem mittleren von ihnen liegt Cairn T. Dieser hat einen Durchmesser von ca. 40 m und ist so ausgerichtet, das an den Tagen um der Tag- und Nachtgleichen die Morgensonne kurz für ca. 20 Minuten den sogenannten Equinox Stone ( Film ) erleuchtet.

Ich setze mal für die weiteren Überlegungen vorraus, das es sich um eine Sternenkarte handelt und habe mal den Versuch gemacht, eine Sternenkarte darüber zulegen und das bisher gesagte darauf anzuwenden.

Equinox Stone


Viele der dargestellten Symbole sind - wenn auch nicht exakt gleich - zweimal vorhanden. Das legt die Vermutung nahe, daß entweder die gleichen Sterne an zwei verschiedenen Daten (z.B. Frühjahr und Herbst) abgebildet sind oder das an einem Tag oder mehreren Tagen eine Bewegung ( während einer Tag- und Nachtgleiche) dargestellt ist.

Der Lichtstrahl der Sonne bewegt sich von links oben nach rechts unten über den Stein. Draußen geht im Osten langsam die Sonne auf. Der Strahl bewegt sich über die beiden großen "Blumen". Nehmen wir also an, daß die großen Blumen die Sonne im Verlauf darstellen.

Ich gehe mal davon aus, das die beiden Barken den Gürtel des Orion darstellen - auch zu zwei verschiedenen Zeitpunkten. Während die Sonne also nach schräg unten wandert, fährt ihr die Barke (vielleicht sollen die Striche in der Barke ja die Seelen symbolisieren, die dann bei der Sonne ankommen - dargestellt durch den Halbkreis über ihr) quasi entgegen. Zumindest auf dem Bild.

Das paßt zwar auf der Steinplatte und der Sternenkarte, aber draußen geht die Sonne im Osten auf, Orion im Westen unter. Hier würde Orion quasi der Sonne davon fahren.

Aber vielleicht ist das ja nur eine Frage der Erklärung. Wenn wir uns dazu die religiösen Vorstellungen im alten Ägypten ansehen, bekommt das ganze plötzlich einen Sinn. Ich denke, daß man die grobe Denkart heranziehen darf, da diese nur ein paar Hundert Jahre dahinterliegt und somit wesentlich aktueller ist.

Dort fährt man nach dem Tod in einer Barke in Richtung Westen, durch das Reich des Osiris (Orion), um das ewige Leben zu erreichen. In dieser Grabkammer wird das Ende dieser Reise einer Königin in der Art dargestellt, das die Verstorbene wiedergeboren als Sonnenscheibe im Osten auftaucht.


Dublin 23.9.2999 BC 3:25 Dublin 23.9.2999 BC 7:30

Dublin 23.9.2999 BC 3:25 Dublin 23.9.2999 BC 7:30
Orion steht im Süden Die Sonne geht im Osten auf, Orion im Westen unter



Umgekehrt würde das natürlich die Theorie unterstützen, dass die Standorte der drei großen Pyramiden dem Gürtel des Orion nachgebildet sind.

Eigentlich tauchen immer die gleichen Motive wieder auf: die Kultstätten und Friedhöfe sind auf hohen Bergen oder im Falle der Pyramiden sind diese extra geschaffen worden, die Sterne des Gürtel des Orions und die Sonne. Es scheint darum zu gehen, wie man in den Himmel kommt. Vielleicht wurde aus den Gürtelsternen des Orion das Boot mit dem man durch die Unterwelt fährt. Warum sollte man also nicht einfach von den religiösen Vorstellungen im alten Ägypten ausgehen und diese als Basis nehmen und mal versuchen, wie weit man damit kommt? Vielleicht sind sich alle Kulturen ähnlicher als wir denken.



Wichtiger Hinweiss :
Nun , ich möchte noch einmal betonen, daß es sich um meine Deutungen handelt.

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Die Bilder der Himmelsscheibe erscheinen mit freundlicher Genehmigung des
(c)Landesamtes für Archäologie Sachsen-Anhalt 2002.

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